Der altgediente Ausrichter enttäuscht nicht

Letzten Samstag, dem 9. September 2017, wurde der SV 1883 Schwarza seiner Verpflichtung gegenüber dem Thüringer Judoverband erneut gerecht und richtete nun schon zum wiederholten Mal die Thüringer Landeseinzelmeisterschaft der Altersklasse U13 aus.

Emsig wurde das Ereignis vorbereitet und Dank der tatkräftigen Hilfe zahlreicher Mitglieder der Judo-Sparte konnten die Tatamis verlegt werden und vieles mehr wurde möglich.

Auch wenn der eine oder andere dabei so ziemlich außer Puste kam, so gilt für uns doch das Wort des unerreichten Theodore „Teddy“ Roosevelt, der von 1901-1909 der 26. Präsident der Vereinigten Staaten war: „Bitte nicht um eine leichte Bürde, bitte um einen starken Rücken!“

Der Andrang am Samstag war dann mit 182 Sportlern aus 38 Vereinen auch nicht gerade klein: 108 Jungen waren mit von der Partie, sowie 74 Mädchen.

10 Uhr erfolgte die Eröffnung durch Abteilungsleiter Thomas Schauseil. Anwesend war u. a. der 1. Vereinsvorsitzende, Klaus Karpinsky, der Öffentlichkeits-Referent des TJV, Tobias Tejkl und die Jenaer Landestrainer Mike Göpfert und Sven Hesse. Ersterer erfuhr während der Eröffnung eine Ehrung für seine sportlichen Leistungen, und zwar die Verleihung des Vierten Dan.

Während der gesamten Veranstaltung leistete unser Catering-Team darüber hinaus eine hervorragende Arbeit, wie es ihnen u. a. von Kampfrichtern bescheinigt wurde. Insgesamt bekam das gesamte Team von Vereinsvorstand und TJV eine sehr gute Arbeit in der Ausrichtung verbrieft.

Auch aus sportlicher Sicht hielt der Tag einiges bereit. Denn nach intensiver Vorbereitung in den letzten Wochen war der große Tag der Meisterschaft in der heimischen Dreifelderhalle zu Rudolstadt förmlich herbeigesehnt worden. Sechs Schwarzaer Judokas aus den Reihen der „Jungen Wilden“ wollten sich schließlich mit den großen in Thüringen messen und das taten sie großartig.

Als erster war Jannik Müller in der Gewichtsklasse bis 43 Kilogramm an der Reihe. Anscheinend hatte er es sehr eilig, denn er gewann seine ersten drei Kämpfe mit starken Techniken auf vollem Punkt in unter 30 Sekunden. Im Finale musste er dann aber doch nochmal über die volle Zeit gehen. Mit starkem Griff und viel Bewegung zermürbte er seinen Gegner und gewann am Ende mit zwei Waza-Ari nach Konterwürfen. Prompt wurde die heimische Dreifelderhalle zur Lieblingshalle erklärt und der Titel des Thüringer Meisters ausgiebig gefeiert.

Als nächstes durften Maxim Konkin, Eddie Frenzel und Kevin Maurer allesamt in der Gewichtsklasse bis 34 Kilogramm ihr Können unter Beweis stellen. Mit 18 Kämpfern war es die bestbesetzte Gewichtsklasse an diesem Tag. Alle drei hatten zunächst ein Freilos. Maxim, Thüringer Meister der Altersklasse U11, konnte danach in seinem ersten Kampf mit viel Geduld seinen Gegner niederringen und stand somit anschließend in der nächsten Runde. Eddie und Kevin erwischten zum Auftakt schwere Lose gegen zwei Jahre ältere Sportler. Trotz spannender Kämpfe mit starker Gegenwehr verloren sie sie leider. In der Trostrunde jedoch marschierten sowohl Eddie als auch Kevin stark auf. Eddie konnte mit kämpferischer Einstellung und guter Taktik zwei weitere Kämpfe gewinnen, ehe er im nächsten sehr knapp dem späteren Bronzeerringer unterlag. Am Ende schlug ein dennoch hervorragender Siebter Platz im Feld der 18 Kämpfer zu Buche.

Auch Kevin, Thüringer Vizemeister der Altersklasse U11, absolvierte einen ähnlich starken Wettkampf, indem er vier Kämpfe in Folge gewann. Mit vielen schönen Techniken und Kombinationen und einem unbändigen Kampfeswillen zog er in das Kleine Finale um Platz Drei ein. Dort traf er wieder auf seinen Auftaktgegner. Mit vielen guten Angriffen konnte er sein Gegenüber in die Ecke drängen, ehe er durch eine kleine Unachtsamkeit verlor und seinem erfahreneren Kontrahenten den Vorzug lassen musste. So stand für Kevin nach vier Siegen und zwei Niederlagen ein hervorragender Fünfter Platz.

Maxim gewann souverän sein Viertel- und Halbfinale und zog damit folgerichtig ins Finale ein. Er zeigte einen starken Griffkampf und viele variable Techniken und Kombinationen. Im Endkampf konnte er in einem ausgeglichenen Duell mit vielen guten Aktionen glänzen. Leider verlor er nach einem eigenen, starken Angriff etwas unglücklich das Gleichgewicht und gab eine Wertung ab. Den Titel des Vizemeisters konnte ihm jedoch keiner mehr nehmen.

Aaron Dathe bis 40 Kilogramm und Tobias Lamprecht plus 55 Kilogramm griffen als letzte Schwarzaer ins Geschehen ein. Aaron, Thüringer Meister der Altersklasse U11, dominerte seinen ersten Kampf und konnte ihn mit schönen Fußtechniken für sich entscheiden. In der zweiten Begegnung stand es nach regulärer Kampfzeit unentschieden; in der Verlängerung verlor er knapp durch eine Strafe. In der Trostrunde konnte er trotz starkem und kämpferischem Einsatz keinen Sieg mehr erringen und wurde am Ende als jüngster Jahrgang guter Neunter.

Tobias zeigte in seinem ersten Kampf, dass er dieses Jahr im Training viele Fortschritte gemacht hat. Er konnte mit kämpferischer Einstellung und guten Aktionen sein erstes Duell gewinnen. Die nächsten zwei Kämpfe gingen dann jedoch leider verloren, sodass die Erfahrung in Rudolstadt schließlich ein guter Fünfter Platz für ihn bedeutete.

Schwarzas U13-Trainer Matthias Herlitze zog aufgrund der vergleichsweise guten Leistungen seiner Schützlinge wenig überraschend ein positives Fazit: „Das war ein alles in allem hervorragender Wettkampf aus Schwarzas Sicht. Mit einem Ersten, einem Zweiten, zwei Fünften, einem Siebten und einem Neunten Platz und vielen weiteren jungen Kämpfern, welche nächstes Jahr zu diesem Team dazu stoßen werden, haben wir aufgezeigt, dass wir die nächsten Jahre in dieser Altersklasse großes erwarten dürfen.“

Cheftrainer Stefan Giller merkte an, dass weitere Verbesserungen in der technischen Entwicklung deutlich geworden sind, die Umsetzung von erlernten Kombinationen sehr schön und erfolgreich war, alle Kämpfe als sehenswert bezeichnet werden konnten und sogar Schwarzas Gegner beeindruckt waren, sowie dass die 1883-Kämpfer nun zunehmend selbstbewusst auftreten.

Das Turnier nahm schlussendlich ohne Verzögerung ein angenehmes Ende und es darf davon ausgegangen werden, dass der TJV auch in Zukunft auf den Schwerpunkt- und professionellen Ausrichterverein SV 1883 Schwarza bauen kann.

Der Vorstand der Sektion Judo dankt allen Helfern für ihr Engagement und freut sich schon auf die kommenden Herausforderungen.

In dem Sinne und weil es so schön war, schließen wir heute mit, Sie werden es erraten haben, weiteren klugen Worten des großen Teddy Roosevelt, die wir uns auch weiterhin zu Herzen nehmen sollten: „Tu, was du kannst, mit dem was du hast, wo immer du bist.“

 

11.9.2017 / Welf Kerry Schauseil/Matthias Herlitze/Stefan Giller

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